ATC — ABAP Test Cockpit

SAP-Standardwerkzeug zur statischen Codeanalyse von ABAP. Teil des SAP NetWeaver Application Server, exportiert Befunde als XML, ist zentrales Werkzeug für die Custom-Code-Bereinigung im Brownfield-Migrationsprojekt nach S/4HANA. Wird per Transaktion ATC oder programmatisch über das Custom-Code-Migration-Cockpit aufgerufen.

SYCM — System-Cleanup-Manager

Bestandteil des SAP Custom Code Migration Cockpit. Liefert ZIP-Exporte mit Audit-Findings, Reference-Einträgen (welcher Custom-Code referenziert welche SAP-Standard-Objekte) und Migration-Worklists. Wesentlich für die Bewertung tatsächlich genutzter vs. inaktiver Z-Objekte vor einer S/4-Migration. Aktuell auf 5.000 Reference-Einträge pro Audit gedeckelt.

ABAP — Advanced Business Application Programming

Proprietäre Programmiersprache der SAP SE für serverseitige Geschäftslogik im SAP NetWeaver Application Server, S/4HANA und älteren ECC-Systemen. Modern ABAP umfasst objektorientierte Erweiterungen, CDS-Views, RAP und Cloud-Restricted-Modi. Custom-Code-Anteil eines typischen Mandantensystems liegt bei mehreren hunderttausend bis Millionen Zeilen.

CDS Views — Core Data Services

Deklarative Datenmodellierungssprache der SAP-Plattform. Definiert wiederverwendbare Datenviews mit Annotationen für UI, Berechtigungen und Analytics. Ersetzt klassische SE11-Views in S/4HANA und ist Grundlage für Fiori-Apps via OData/RAP. CDS-Views werden in ABAP-Repository-Objekten als DDL-Source-Files (.ddls) gespeichert.

S/4HANA — SAP S/4HANA

ERP-Suite der SAP SE auf SAP-HANA-In-Memory-Datenbank, Nachfolgesystem von SAP ECC. Bringt vereinheitlichtes Datenmodell (Universal Journal in Tabelle ACDOCA), neue Geschäftspartner-Modellierung (BP statt KNA1/LFA1) und vereinfachten Materialstamm. Mainstream-Maintenance für ECC läuft bis Ende 2027, was den Migrationsdruck setzt.

BTP — SAP Business Technology Platform

Cloud-Plattform der SAP SE für Erweiterungen, Integration und Datenanalyse. Tritt als bevorzugter Ort für Custom-Entwicklungen auf, die im Clean-Core-Modell von S/4HANA nicht mehr im Kernsystem stattfinden sollen. Nutzt Cloud-Foundry- und Kyma-Runtimes, integriert mit SAP Cloud Identity Services und Event Mesh.

NetWeaver — SAP NetWeaver

Technologie-Stack der klassischen SAP-Anwendungen (ECC, BW, CRM, SRM und ältere Komponenten). Stellt ABAP- und Java-Application-Server sowie Integrations-Komponenten bereit. Wird in S/4HANA ABAP Platform genannt und um Cloud-Konzepte erweitert.

Custom Code

Sammelbegriff für mandanten- oder kundenspezifischen ABAP-Code im Z- oder Y-Namensraum: eigene Reports, Module, Funktionsbausteine, Klassen und Erweiterungen. Bei einer S/4-Migration ist die Bewertung, Klassifizierung und teilweise Bereinigung dieses Codes typischerweise der größte Aufwandstreiber.

Z-Objekt

ABAP-Repository-Objekt im Kunden-Namensraum (Präfix Z oder Y). Konvention: Z für Mandanten-Eigenentwicklungen, Y für temporäre Tests, // für reservierte Industrie-Lösungen. Ein Mandantensystem kann mehrere zehntausend Z-Objekte enthalten.

Mandant

Logisch isolierte Datenmenge innerhalb eines SAP-Systems, definiert durch eine 3-stellige Nummer (z. B. 100, 200, 800). Stammdaten sind mandantenabhängig oder mandantenübergreifend; Customizing-Tabellen meist mandantenabhängig. In Beratungsprojekten beschreibt der Begriff oft auch den Kunden des Beraters.

Transport — Transportauftrag

SAP-Mechanismus zum Übertragen von Repository- und Customizing-Änderungen zwischen Systemen einer Systemlandschaft (z. B. Entwicklung → Qualität → Produktion). Wird im Change and Transport System (CTS) verwaltet, jeder Auftrag enthält Aufgaben und Objekteinträge.

ECC — SAP ERP Central Component

Klassische ERP-Suite der SAP, Vorgängergeneration von S/4HANA. Letzte Hauptversion ist ECC 6.0, häufig mit Enhancement-Packages (EhP) erweitert. Mainstream-Maintenance endet Ende 2027, was den Brownfield-Migrationsdruck Richtung S/4HANA erzeugt.

BW — SAP Business Warehouse

Data-Warehouse-Lösung der SAP, in DACH-Mandantensystemen oft eng mit ECC oder S/4HANA verbunden. BW/4HANA ist die HANA-native Nachfolgegeneration. Custom-Code in BW liegt typischerweise in Transformations-Routinen, ABAP-Routinen in DTPs und Customer-Exits.

Fiori — SAP Fiori

UX-Framework der SAP für moderne, rollenbasierte Anwendungen, technisch auf SAPUI5 (JavaScript) und Backend-Services via OData / RAP. Apps werden im Fiori Launchpad ausgeliefert, Custom-Apps liegen in Y- oder Z-Repositories oder auf der BTP.

GTS — SAP Global Trade Services

SAP-Modul für Außenhandels-Compliance: Sanktions- und Embargo-Listen-Prüfung, Zollabwicklung, Präferenzkalkulation. Wird oft als separates SAP-System neben ECC oder S/4HANA betrieben. Custom-Code in GTS-Mandanten ist häufig länderspezifisch und compliance-kritisch.

RFC — Remote Function Call

SAP-Protokoll für synchrone und asynchrone Funktionsaufrufe zwischen SAP-Systemen oder zwischen einem SAP-System und externen Anwendungen. Ein RFC-User mit Passwort und Berechtigung ist die klassische Anbindungs-Variante. ERPforgeAI nutzt KEIN RFC; Datenflüsse erfolgen ausschließlich über vom Berater manuell exportierte Dateien.

BAdI — Business Add-In

Erweiterungsmechanismus von SAP, definiert über klassische Class-Based-Enhancements oder neue New BAdIs im Enhancement Framework. Ermöglicht das Einhängen von Custom-Logik an definierte Stellen im SAP-Standard, ohne diesen direkt zu modifizieren. Migrationsfreundlicher als klassische Modifikationen.

IDoc — Intermediate Document

Standardisiertes Nachrichtenformat der SAP für asynchronen Datenaustausch zwischen Systemen. Wird über ALE/EDI-Infrastruktur, PI/PO oder SAP Integration Suite verarbeitet. IDocs haben Basistypen, Erweiterungen und Segmente; Custom-IDocs leben im Z-Namensraum.

Werk

Organisationseinheit in SAP-Logistik (Tabelle T001W), repräsentiert typischerweise einen Produktions- oder Lagerstandort. Mandanten haben oft mehrere Werke; Custom-Code referenziert das Werk häufig als Berechtigungsfeld oder Selektionsparameter.

Brownfield-Migration

Migrationsstrategie nach S/4HANA, bei der das bestehende ECC-System mit Customizing, Stammdaten und Custom-Code per System-Conversion in S/4 überführt wird. Gegenstück zu Greenfield (Neuaufsetzen) und Bluefield (Selektive Datenmigration). Custom-Code-Bereinigung ist hier Pflichtteil der Conversion.

Greenfield-Migration

Migrationsstrategie, bei der S/4HANA neu aufgesetzt wird und Stammdaten, Customizing sowie ausgewählte Bewegungsdaten aus dem ECC-Altsystem migriert werden. Erlaubt die radikale Reduktion von Custom-Code, kostet aber typischerweise mehr Beratungszeit für Customizing-Neugestaltung.

EhP — Enhancement Package

Optionales Funktions-Paket auf einer ECC-Hauptversion (z. B. ECC 6.0 EhP8). Kann individuell aktiviert werden, beeinflusst Custom-Code-Verhalten durch neue Features in Standard-Modulen. Bei einer S/4-Migration relevant für die Einschätzung des Modernisierungsstands des Quellsystems.

BSI-Grundschutz

Standardisiertes Vorgehen des deutschen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik zur Absicherung von IT-Systemen. Häufig Pflichtanforderung für öffentliche Auftraggeber und KRITIS-Betreiber. ERPforgeAI hat BSI-Grundschutz-Konformität als Roadmap-Punkt, ist aktuell nicht zertifiziert.

AVV — Auftragsverarbeitungsvertrag

Vertrag nach Art. 28 DSGVO zwischen einem Verantwortlichen und einem Auftragsverarbeiter, der die Verarbeitung personenbezogener Daten regelt. Pflichtbestandteil bei jeder DSGVO-relevanten SaaS-Beziehung. ERPforgeAI nutzt eine AVV-Vorlage des BvD als Anlage 1 zum Pilot-Vertrag.

KRITIS — Kritische Infrastrukturen

Sektoren mit besonderer Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen, definiert in der BSI-KRITIS-Verordnung: Energie, Wasser, Ernährung, Gesundheit, Finanz- und Versicherungswesen, Transport und Verkehr, Informationstechnik und Telekommunikation, Staat und Verwaltung. Erhöhte Anforderungen an Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit der IT.